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So wird man Logopäd*in

So wird man Logopäd*in 2021


So wird man Logopäd*in RyanMcGuire pixabay.com

Voraussetzungen, Ausbildungsinhalte und Verdienst

Kommunikation ist die Basis für ein erfolgreiches Miteinander. Ob in der Schule, im Berufsleben oder im privaten Umfeld – mittels Kommunikation können wir uns ausdrücken, verstanden werden und mit anderen interagieren. Aber was, wenn die Sprachfertigkeit eines Menschen beeinträchtigt ist? Logopäden helfen, Sprachbarrieren zu überwinden und sind damit ein wichtiges Bindeglied der Gesellschaft. Alles Wissenswerte zu Ausbildungsvoraussetzungen, Ausbildungsinhalten und Verdienstmöglichkeiten erläutern wir hier.

Staatlich anerkannte Logopäden und Logopädinnen helfen ihren Patienten dabei, ihre Kommunikationsfähigkeit wiederherzustellen bzw. hörbar zu verbessern. Dass es dafür einen hohen Bedarf gibt, beweisen vorliegende Untersuchungen. Einer Untersuchung von 2010 unter Kindern bis 14 Jahren zufolge sind Entwicklungsstörungen beim Sprechen keine Seltenheit. Auch in den darauffolgenden Jahren ist der Bedarf an Logopäden nicht zurückgegangen: Jedes achte Kind zwischen 5 und 14 Jahren weist Störungen bei der Sprachentwicklung auf (Stand: 2015).

Was machen Logopäden?

Als Experte für die Sprechorgane des Menschen haben sich Logopäden auf die Diagnose und Therapie verschiedenster Sprachstörungen spezialisiert. Dabei beschäftigen sich die Experten sowohl mit psychischen als auch mit körperlichen Auslösern der Sprachprobleme. Durch die Ursachenfindung können Therapiekonzepte erarbeitet und Betroffenen so geholfen werden, im Alltag besser zurechtzukommen.

Wann immer der Redefluss gestört ist, kann der Besuch bei einem Logopäden oder einer Logopädin helfen. Patientinnen und Patienten suchen eine Logopädie-Praxis bei folgenden Sprachbarrieren auf:
  • Stottern
  • Schwierigkeiten beim Bilden bestimmter Laute
  • Störungen der Stimme, Sprache und Artikulation
  • Störungen im Redefluss
  • chronischer Heiserkeit
  • Störungen des Schluckens
  • Störungen des Gehörs
  • Störungen der orofazialen Bewegungen

Alles Wissenswerte zur Ausbildung

Logopäden genießen eine hohe gesellschaftliche Anerkennung und leisten Tag für Tag wichtige Arbeit. Wenn man viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität besitzt und Patienten dabei helfen möchte, ihre Sprachfähigkeit zu verbessern, kann eine schulische Ausbildung zum Logopäden die richtige Entscheidung sein. Wir erläutern alles, was es über die Ausbildung zu wissen gilt, erklären welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, welche Fähigkeiten angehende Logopäden und Logopädinnen haben sollten, gehen auf Ausbildungsinhalte und -dauer ein.

1. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Um für die schulische Logopädie-Ausbildung zugelassen zu werden, sollte man mindestens einen mittleren Schulabschluss oder eine gleichwertige Schulausbildung besitzen. Wer einen Hauptschulabschluss besitzt und eine mindestens zweijährige Ausbildung abgeschlossen hat, kann sich ebenfalls für eine Logopädie-Ausbildung entscheiden.
Je nachdem, bei welcher Schule die Ausbildung absolviert wird, können auch weitere Zugangsvoraussetzungen gelten wie etwa der Nachweis über die gesundheitliche Eignung sowie über eine normale Seh- und Hörfähigkeit. Häufig muss man auch nachweisen, dass man Laut- und Schriftsprache der deutschen Sprache gut beherrscht. Die einzelnen Zugangsvoraussetzungen können bei der jeweiligen Berufsfachschule erfragt werden.

2. Welche Fähigkeiten braucht man?

Neben den formellen Zugangsvoraussetzungen ist es natürlich wichtig, für den Beruf des Logopäden bzw. der Logopädin geeignet zu sein. Hilfreich sind gute Noten in den Schulfächern Musik, Biologie und Deutsch. Die dort erlernten Fähigkeiten helfen zum Beispiel dabei, die Funktionsweise von Sprech- und Atemorganen zu verstehen oder um Patienten einzelne Übungen verständlich erklären zu können.
Daneben sollten Eigeninitiative und Entscheidungsfreude, Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein sowie Durchhaltevermögen zu den eigenen Stärken gehören. Von diesen abgesehen, gibt es noch eine ganze Reihe hilfreicher Soft Skills wie eine hohe Stressresistenz, Einfühlungsvermögen, Organisationsfähigkeit und Kontaktfähigkeit.

3. Ausbildungsdauer:

In drei Ausbildungsjahren lernt man alle grundlegenden Fähigkeiten um als Logopäd*in arbeiten zu können. Dabei wird die Ausbildungsdauer in theoretischen Unterricht und in eine praktische Ausbildung aufgeteilt.

4. Ausbildungsinhalte:

Die Ausbildung zum Logopäden ist sehr vielseitig. Zum einen wird auf den psychischen und physischen Ursprung von Sprachstörungen eingegangen, um jeden Patienten bestmöglich anhand der Ursachen therapieren zu können. Zum anderen lernt man den richtigen pädagogischen Umgang mit den teilweise traumatisierten Patienten.
Schwerpunkte, die in der Ausbildung gelegt werden, sind zum Beispiel die Bereiche Anatomie, Physiologie, Pathologie, HNO-Heilkunde, Neurologie/Psychiatrie, Linguistik, Stimmbildung, Sprecherziehung und Pädagogik.

5. Abschlussprüfung:

Angehende Logopäden müssen eine Abschlussprüfung bestehen, in der sie auf Herz und Nieren geprüft werden. Insgesamt müssen sie sich darauf einstellen, fünf schriftliche Prüfungen absolvieren zu müssen. Diese stammen aus den Fächern Logopädie, Phoniatrie, Audiologie/Pädaudiologie, Neurologie/Psychologie und Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde. Außerdem ist eine mündliche Prüfung vorgeschrieben. Diese kann entweder einzeln oder als Gruppenprüfung absolviert werden.
Zum Schluss gibt es noch einen praktischen Teil, bei welchem Prüfer und Lehrling eine Behandlung simulieren. Hierbei kann der angehende Logopäde/-in unter Beweis stellen, wie gut er sich in der Erhebung der Anamnese, bei der Erstellung eines Behandlungsplans und der Durchführung einer Therapiesitzung schlägt.
Das erfolgreiche Bestehen der Abschlussprüfung führt dazu, dass man fortan den Titel "Staatlich anerkannte/-r Logopädin/Logopäde" tragen darf.

6. Studium als Alternative:

Zwar gilt die Ausbildung in Vollzeit als klassischer Weg, doch es gibt auch die Möglichkeit, ein Studium zu absolvieren. Das Logopädie-Studium setzt sich aus verschiedenen Fächern zusammen, welche interdisziplinär auf den Beruf vorbereiten. Während des Studiums werden die anatomischen Grundlagen des Sprechapparates ebenso behandelt wie logopädische Störungsbilder, Diagnostik und Behandlungsmethoden, Stimmhygiene und -bildung sowie Therapiedidaktik. Damit im Studium die Praxis nicht zu kurz kommt, müssen in der Regelstudienzeit von sechs bis acht Semestern einige Praktika absolviert werden. Mit dem erfolgreichen Studium erwirbt man den Bachelor-Titel. Dieser kann anschließend in vier Semestern um den Master-Titel ergänzt werden.
Um für das Logopädie-Studium zugelassen zu werden, muss man die Allgemeine oder Fachgebundene Hochschulreife besitzen. Außerdem kann es sein, dass ein bestimmter Numerus clausus vorausgesetzt wird. Auch ein phoniatrisches Gutachten und der Nachweis über ein einwandfreies Hör- und Sehvermögen können zu den Studienvoraussetzungen gehören.

Wie viel verdienen Logopäden?

Während der Ausbildung erhält man eine Ausbildungsvergütung, deren Höhe sich nach der Ausbildungsstätte richtet. In einem kommunalen Krankenhaus oder einer Uniklinik wird man nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst bezahlt. Das bedeutet ein Ausbildungsgehalt von durchschnittlich 999 Euro brutto im 1. Lehrjahr, 1045 Euro im 2. Lehrjahr und etwa 1.120 Euro im 3. Lehrjahr. Anders sieht es bei einer Ausbildung in einem privaten oder kirchlichen Krankenhaus aus. Dort bekommt man kein Gehalt, kann sich jedoch durch BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) unterstützen lassen.

Ausgebildete Logopäden erhalten je nach Bundesland und dem geltenden Tarifvertrag ein Einstiegsgehalt von 2.250 Euro brutto (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst), nach einigen Jahren kann man mit 2.720 Euro rechnen. Höher ist das Gehalt wenn man nach dem Tarifvertrag des Deutschen Caritasverbandes vergütet wird. Dann ist ein Einstiegsgehalt von 2.620 Euro üblich.

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