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Bildungsurlaub 2022: Anspruch, Antrag und Finanzierung

Bildungsurlaub 2022: Anspruch, Antrag und Finanzierung 2022

Bildungsurlaub 2022: Anspruch, Antrag und Finanzierung pixabay.com, StockSnap
Bereits seit einigen Jahren gibt es den Bildungsurlaub. Allerdings nutzen ihn nur wenige Arbeitnehmer, teils weil sie nicht wissen, dass der Anspruch besteht. Bundesweit gilt der Anspruch auf Bildungsurlaub, doch jedes Bundesland hat eigene Regelungen zu Dauer usw.

FAQ zum Bildungsurlaub

Einige Fragen zum Bildungsurlaub werden immer wieder gestellt, daher hier einen kleinen Überblick.

Wer hat Anspruch?

Der Anspruch auf Bildungsurlaub ist bereits 1976 in einem Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO-Übereinkommen) festgeschrieben. Ein Bundesgesetz zum Bildungsurlaub ist jedoch nie erlassen worden. Stattdessen kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen und legt alle Details rund um den Bildungsurlaub fest. Alle beinhalten jedoch, dass es den Anspruch auf Bildungsurlaub für jeden Arbeitnehmer gibt.

Bildungsurlaub wofür?

Der Bildungsurlaub kann für sehr viele Seminare eingesetzt werden. Es ist nicht unbedingt nötig, dass diese der beruflichen Weiterbildung dienen. Achtsamkeits- oder Yogaseminare können ebenso gebucht werden wie Sprachkurse. Ob die Seminare im jeweiligen Bundesland anerkannt werden, muss im Einzelfall geprüft werden.

Weiterbildungen die im Auftrag des Arbeitgebers wahrgenommen werden, zählen hier nicht dazu. Dafür muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter ohnehin freistellen und hier natürlich auch für die Finanzierung der Seminarkosten sorgen.

Wo den Antrag stellen?

Der Antrag wird beim Arbeitgeber gestellt, der den Bildungsurlaub wie auch den normalen Jahresurlaub genehmigen muss. Ablehnen darf er ihn unter bestimmten Voraussetzungen, doch auch hier muss in jedem Bundesland auf die entsprechenden Regelungen geschaut werden.

Es gelten die Regeln des Bundeslandes in dem der Arbeitsplatz sich befindet.

Verfällt Bildungsurlaub, wenn er nicht genommen wird?

Dies ist nicht unbedingt der Fall. Für längere Seminare ist es möglich, Bildungsurlaube aus zwei Jahren zusammenzulegen. Dies muss der Arbeitgeber jedoch genehmigen und sollte er frühzeitig wissen. Auch für 2 Seminare kann der Bildungsurlaub in ein Folgejahr übertragen werden, wenn beispielsweise die Seminare aufeinander aufbauen oder einen thematischen Zusammenhang haben.

Ist der Bildungsurlaub bezahlt?

Arbeitgeber zahlen für die gesetzlich festgeschriebene Zeit den Arbeitslohn. Kursgebühren, Reisekosten und Unterkunft muss der Arbeitnehmer selbst bezahlen. Allerdings können berufliche Weiterbildungen förderfähig sein (Bildungsgutschein, Bildungsprämie, AVGS).

Information ist Pflicht

Wie bereits erwähnt sind die Regelungen in jedem Land unterschiedlich. Daher ist es oberste Pflicht sich über die Möglichkeiten und Hemmnisse zu informieren, die für das Bundesland gelten, in dem der Arbeitsplatz sich befindet. Für einige Seminare gibt es ganz besondere Regelungen. Bester Ansprechpartner ist der Bildungsanbieter, der in der Regel weiß, für welche Bundesländer seine Seminare anerkannt werden und für welche nicht.

Sprachkurs im Bildungsurlaub

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, einen Sprachkurs in dem Land zu besuchen, in dem die Sprache gesprochen wird und dies mit einem Bildungsurlaub zu verbinden. Die Regelungen zur Anerkennung von Sprachkursen werden in den Bundesländern sehr unterschiedlich gehandhabt. So begrenzen einige die Anerkennungen auf den europäischen Sprachraum oder einen gewissen Umkreis um das Bundesland.

Sprachen sind in der Zeit der Globalisierung gefragt wie nie und selbst wenn Arbeitnehmer nicht in die fernen Länder reisen müssen, so können Geschäftskontakte aus Indien oder Japan doch Grund sein, diese Sprachen lernen zu wollen. Es gibt zwar schon zahlreiche Apps und gute Lernmethoden, doch für das Geschäftsvokabular wird es ohne Seminar nicht
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gehen.

Sonderregelungen für Fernstudiengänge

Der Idealfall vor einer wichtigen Abschlussprüfung sind natürlich einige Tage Lernzeit im Bildungsurlaub. Ob der gewährt werden kann, hängt aber davon ab, welchen Wert die Anerkennung des Abschlusses bzw. ob und wie der Anbieter zertifiziert ist. Fernstudiengänge wurden lange Zeit weniger anerkannt. Doch immer mehr Anbieter haben sich zertifizieren lassen, um Interessenten den Zugang mittels Fördergeldern zu ermöglichen. Zuletzt hat die Pandemie dafür gesorgt, dass Fernlehrgänge und Onlineweiterbildungen einen wahren Boom erlebt haben.

Weiterbildungen fördern lassen

Im Qualifizierungschancengesetz wurde geregelt unter welchen Voraussetzungen Weiterbildungen gefördert werden können. Hier zählen natürlich nur berufliche Weiterbildungen zu den förderfähigen Angeboten, maximal noch Coachings zur Stärkung der Soft Skills die für den Beruf relevant sind.

Förderfähig sind:
  • Vorbereitungskurse auf Externenprüfungen
  • Umschulungen
  • Fernstudiengänge
  • Einzelcoachings
  • Sprachkurse
Der Bildungsgutschein kann bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Einen Rechtsanspruch gibt es hier nicht, allerdings können auch Arbeitnehmer ihn ausgehändigt bekommen. Er deckt die Lehrgangs- und Seminarnebenkosten ab.

Für eine Förderung werden die persönlichen und teilweise auch die fachlichen Voraussetzungen geprüft. So müssen Berufsabschlüsse und ggf. Vermögensverhältnisse beim Antrag auf Aufbaustipendium oder Bafög offengelegt werden.

Mit dem Förderrechner kann im Vorfeld geprüft werden, wie gut die Chancen auf eine Förderung stehen.

Weiterbildung neben dem Beruf

Die Digitalisierung ist in deutschen Haushalten teilweise weiter fortgeschritten als in namhaften Unternehmen, von Behörden ganz zu schweigen. Dies erleichtert auch den Zugang zu Bildungsangeboten, so dass die berufsbegleitende Weiterbildung für viele sehr interessant ist. Nicht nur Familie, Beruf und Weiterbildung lassen sich hervorragend unter einen Hut bringen. Auch die Kosten für die Weiterbildungen die online stattfinden sind oft niedriger, Teilnehmende haben mehr zeitliche Flexibilität und können ortsunabhängig lernen.

Mit Lernapps, Videos und interaktiven Wissenstests lässt es sich überall und vor allem mit Freude lernen. Wartezeiten oder der Weg zur Arbeit können sinnvoll genutzt werden und wertvolle Freizeit schaffen, die durch die effektive Nutzung dieser Zeiten gewonnen wird.
Selbst wenn es keine Zuschüsse für eine Weiterbildung gibt, lohnt sich eine Investition in die eigene Weiterbildung immer. Lernen ist ein Bedürfnis des Menschen. Ist dieses durch den eigenen Wunsch nach Wissen verstärkt, lernt es sich leichter und die Motivation ist höher.

Bildungsurlaub ist verbunden mit einer Reise auch meist nicht nur Lernstress. Neue Kontakte die geknüpft werden, können das Leben bereichern, neue Impulse geben oder die eigene Sicht auf Dinge positiv verändern.

Bildungsangebot finden

Datenbanken im Internet können nach Bildungszielen durchsucht werden. In den Seminarbeschreibungen sind umfangreiche Informationen zu den Inhalten, aber auch zu der Anerkennung in den einzelnen Bundesländern zu finden. Grundsätzlich sind die Seminaranbieter sehr daran interessiert, anerkannt zu werden und unterziehen sich hierfür ggf. auch aufwendigen Zertifizierungsverfahren.

Da auch der erholsame Ausgleich zur Arbeit mit dem Beruf zu tun hat, sind viele Kurse zu Entspannungstechniken oder Gesundheitsförderung ebenfalls anerkannt.

Fazit: Es gibt in jedem Bundesland einen Rechtsanspruch auf Bildungsurlaub. In einigen Bundesländern heißt dieser Bildungsfreistellung oder Bildungszeit. Die Dauer der Freistellung und welche Maßnahmen besucht werden dürfen, sind in jedem Bundesland anders geregelt. Gültig ist das Bildungsurlaubsgesetz des Bundeslandes, in dem sich der Arbeitsplatz befindet.

Arbeitgeber dürfen Bildungsurlaub nur unter bestimmten Voraussetzungen ablehnen.

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